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Erzieherinnen und Erzieher in Thüringen

Im Freistaat Thüringen arbeiten derzeit 14.500 Erzieherinnen und Erzieher in Kindergärten und Kindertagesstätten (Kitas). Bereits jetzt hat das Bundesland mit Herausforderungen bei der Besetzung der Stellen im Vorschulbereich zu kämpfen. Die Ausweitung des Ganztags an Schulen hat darüber hinaus zu einem steigenden Bedarf an Erzieherinnen und Erziehern an Schulen geführt, da die Verantwortung der Schulen für die Erziehung mit der Ganztagsschule steigt. Diesen Herausforderungen muss begegnet werden, damit der Freistaat in puncto Bildung und Erziehung seine guten Ergebnisse behaupten und ausbauen kann.

Zum Thema

Anzahl und Entwicklung der Erzieherinnen und Erzieher in Thüringen

Was die Versorgung der Schulen mit Erzieher/Innen angeht, so stieg ihre Anzahl einschließlich der an Förderschulen tätigen sonderpädagogischen Fachkräfte seit dem Schuljahr 1991/92 von 3.494 auf 3.623 im Schuljahr 2020/21. Dies ist insofern bemerkenswert, als dass die Anzahl der Lehrer/Innen und Schüler/Innen im gleichen Zeitraum um etwa die Hälfte sank.

Die starken Wanderbewegungen von Ost nach West und der Geburtenknick im Anschluss an die Wiedervereinigung waren die wesentlichen Ursachen dafür. Der Stellenwert der Arbeit von Erzieher/Innen an Schulen ist deutlich gestiegen, was in erster Linie am Ausbau des Ganztagsangebots an Schulen liegen dürfte.

Verteilung der Erzieherinnen und Erzieher nach Schulart und Geschlecht

Der Freistaat Thüringen beschäftigte an seinen staatlichen Schulen im Schuljahr 2020/21 3.106 Erzieherinnen und Erzieher: 2.838 Erzieherinnen und Erzieher werden an Grundschulen, 220 an Gemeinschaftsschulen und 48 an Gymnasien eingesetzt.

Die 696 Sonderpädagogischen Fachkräfte sind wiederum ausschließlich in Förderschulen aktiv. Erzieherinnen und Erzieher sind in Thüringen im Durchschnitt 46,2 Jahre alt. 2.852 von ihnen sind weiblich und 254 männlich. Sonderpädagogische Fachkräfte sind in Thüringen im Durchschnitt 52,3 Jahre alt. 646 von ihnen sind weiblich und 50 männlich.

Auf Schulen in freier Trägerschaft kommen zusätzlich 395 Erzieherinnen und Erzieher und 459 Sonderpädagogische Fachkräfte. Dabei werden 209 Erzieherinnen und Erzieher in Grundschulen, 22 in Regelschulen, 135 in Gemeinschaftsschulen und 29 in Gesamtschulen eingesetzt. Von den 459 Sonderpädagogische Fachkräften werden 458 in Förderschulen und eine Fachkraft an einer Grundschule eingesetzt. Das Durchschnittsalter der Erzieherinnen und Erzieher an freien Schulen beträgt 40,7 Jahre und das der Sonderpädagogischen Fachkräfte an freien Schulen 45,9 Jahre. Von den 395 an freien Schulen wirkenden Erzieherinnen und Erzieher sind 310 weiblich und 85 männlich. Bei den 459 an freien Schulen tätigen Sonderpädagogische Fachkräfte sind 372 weiblich und 87 männlich.

Diagramm Personal nach Personengruppenart sowie Schulart

Schuljahr 2020/21

Das Diagramm zeigt für jede Schulart eine Säule an, deren einzelne Segmente die Zahl der Personen der jeweiligen Personengruppenart visualisiert. Die meisten Personen sind an Grundschulen beschäftigt.
Das Diagramm zeigt für jede Schulart eine Säule an, deren einzelne Segmente die Zahl der Personen der jeweiligen Personengruppenart visualisiert. Die meisten Personen sind an Grundschulen beschäftigt.

Grundschule

2.838 Erzieherinnen und Erzieher wirken an staatlichen Grundschulen und 209 Erzieherinnen und Erzieher an freien Grundschulen. Darüber hinaus beschäftigt derzeit nur eine Grundschule in freier Trägerschaft eine Sonderpädagogische Fachkraft.

Gemeinschaftsschule

220 Erzieherinnen und Erzieher wirken an staatlichen Gemeinschaftsschulen und 159 an freien Gemeinschaftsschulen.

Gymnasium

48 Erzieherinnen und Erzieher wirken an staatlichen Gymnasien.

Förderschule

An den staatlichen Förderschulen wirken 696 Sonderpädagogische Fachkräfte und an den freien Förderschulen 459 SPF.

Situation bezüglich Erzieherinnen und Erziehern in Kindertageseinrichtungen Thüringen

Die steigenden Ansprüche in der außerfamiliären Erziehung von Kindern führt dazu, dass Thüringen nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung bis 2030 6.000 zusätzliche Erzieherinnen und Erzieher in Kitas und Kindergärten einstellen müsste, um den Betreuungsstandard signifikant zu verbessern. Erschwerend kommt eine nach wie vor ausgeprägte Migration von Erzieherinnen und Erziehern in westdeutsche Bundesländer hinzu, da der Personalschlüssel dort attraktiver und die Löhne höher sind.

Starke Jahrgänge in den Altersgruppen, die bis 2030 in den Ruhestand gehen, erfordern die Ersetzung von 40 % des derzeitigen Stammpersonals in den Kitas. Die Ziele des Bildungsministeriums Thüringen sind deshalb die Fachkräftesicherung bis 2030 und eine Aufwertung des Berufszweigs.

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Personalschlüssel und Fachkraft-Kind-Relation

Wie in Schulen wird auch in Kitas das Personal nach einem festen Schlüssel einem Standort zugewiesen. Das dient dazu, die Betreuung am Bedarf zu orientieren und eine gerechte, gleichmäßige und flächendeckende Versorgung in den Kindergärten sicherzustellen.

Um die Verteilung noch effizienter zu gestalten, wird derzeit der Personalschlüssel zunehmend durch die Fachkraft-Kind-Relation ersetzt. Die Verteilung nach dem Schema der Fachkraft-Kind-Relation ist genauer, weil sie als zusätzliche Größe die Zeit, die eine Erzieherin oder ein Erzieher für ein Kind zur Verfügung hat, in die Kalkulation einfließen lässt. Zum Faktor Zeit gehören neben der eigentlichen Erziehungsarbeit weitere Aufgaben, die mit dem Berufsfeld in Beziehung stehen wie Vorbereitungszeiten und Fortbildungen.

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