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Ganztagsschulen in Thüringen

Der Freistaat Thüringen sieht Ganztagsschulen als wichtigen Eckpfeiler seines Bildungsangebots. Sie helfen dabei, Bildungsgerechtigkeit herzustellen, verhalten sich ausgleichend auf Kinder bildungsfernerer Elternhäuser und ermöglichen ein höheres Maß an Förderung, als Halbtagsschulen dies leisten können. Ganztagsschulen bieten einen ganzheitlichen Blick auf die Schülerin und den Schüler, lassen ein individuelles Eingehen auf ihre Stärken und Schwächen zu und stärken nicht zuletzt die persönliche Entwicklung der Lernenden.

Gerade Ganztagsschulen können viel stärker als Halbtagsschulen einen Lebens- und Erlebnisraum darstellen. Dies bietet den Vorteil der besseren Rhythmisierung des Schultages mit gemeinsamen Aktivitäten, Unternehmungen, individuellen Fördermaßnahmen, Sport und Spiel. Durch die Ganztagsbetreuung ihrer Kinder können Eltern Beruf und Familie schließlich besser miteinander vereinbaren.

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Organisation der Ganztagsschule

Ganztagsschulen sind in Thüringen Schulen, an denen das Lernangebot an mindestens drei Tagen die Woche mindestens sieben Zeitstunden umfasst. Die Schulen bieten den Schülerinnen und Schülern ein Mittagessen und die Angebote unter Aufsicht und Verantwortung der Schulleitung stehen in einem konzeptionellen Zusammenhang mit dem Unterricht.

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Offene Ganztagsschule

Die Ganztagsbetreuung ist fakultativ und geschieht durch Anmeldung für ein Schuljahr oder Schulhalbjahr.

Teilweise gebundene Ganztagsschule

Mindestens ein Teil der Schülerinnen und Schüler ist zum Nachmittagsunterricht verpflichtet. Oft haben frühere offene Ganztagsschulen den Status von teilweise gebundenen Ganztagsschulen angenommen und befinden sich derzeit in einer organisatorischen Übergangsphase mit dem Ziel der voll gebundenen Ganztagsschule.

Voll gebundene Ganztagsschule

Der Nachmittagsunterricht ist für alle Schülerinnen und Schüler verpflichtend.

Schulspezifisches Ganztagsschulkonzept

Die Ausgestaltung des Ganztags wird in jeder Schule im Dialog aller beteiligten Ebenen entwickelt. Auf der einen Seite entwickelt die Schulkonferenz mit ihren Vertreterinnen und Vertretern aus Schülerschaft, Elternschaft und Lehrerschaft ihr eigenes schulspezifisches Ganztagsschulkonzept. Auf der anderen Seite finden Absprachen und Vereinbarungen zwischen der Schule, dem Schulträger und dem Schulamt statt.

Dadurch erhält jede Schule die Möglichkeit, ihre eigenen Vorstellungen unter Berücksichtigung der konkreten Lebens- und Lernverhältnisse dezentral zu entwickeln. Zugleich erfährt das im Dialog entwickelte Schulkonzept eine stärkere Akzeptanz, die zugleich seine Unterstützung und Vernetzung im regionalen Umfeld zu fördern hilft.

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Primarbereich

Im Primarbereich (Grundschulen und Gemeinschaftsschulen) liegt der Schwerpunkt in der Ausgestaltung der Betreuungsangebote im Schulhort. Der Schulhort ist nach dem Unterricht an zehn Stunden in der Woche geöffnet und beschäftigt ausgebildetes Fachpersonal, um ein vielfältiges Bildungs-, Förderungs- und Betreuungsangebot bereitzustellen. Die Teilnahme am Hort ist freiwillig, sodass Ganztagsschulen im Primarbereich in der Regel offene Ganztagsschulen sind.

Sekundarbereich

Im Sekundarbereich findet eine ausgeprägte Zusammenarbeit zwischen den Schulen und verschiedenen Partnern im regionalen Umfeld statt. Bei den Schulpartnern kann es sich um Sportvereine, Kunst- und Kulturschaffende sowie Handwerksbetriebe handeln. In Thüringen bietet rund ein Drittel aller Sekundarschulen ein ganztägiges Betreuungsangebot an. Rund 50 % der Ganztagsschulen funktionieren in gebundener oder teilweise gebundener Form. Diese Schulen erhalten eine zusätzliche Unterstützung für ihr Ganztagsangebot vom Land.

Diagramm Schulen nach Ganztagsschulform sowie Schulart

Schuljahr 2020/21

Das Diagramm zeigt für jede Ganztagsschulform eine Säule an, deren einzelne Segmente die Zahl der Schulen in der jeweiligen Schulart visualisiert. Die meisten Schulen sind offene Ganztagsschulen. Die überwiegende Mehrheit der voll gebundenen Ganztagsschulen gehört zur Schulart Förderschule.
Das Diagramm zeigt für jede Ganztagsschulform eine Säule an, deren einzelne Segmente die Zahl der Schulen in der jeweiligen Schulart visualisiert. Die meisten Schulen sind offene Ganztagsschulen. Die überwiegende Mehrheit der voll gebundenen Ganztagsschulen gehört zur Schulart Förderschule.

Finanzierung und Investition

Die zusätzliche Unterstützung für gebundene oder teilweise gebundene Ganztagsschulen wird in Thüringen seit dem Schuljahr 2018/19 gewährt. Die Fördergelder orientieren sich an der Anzahl der Lernenden und können für außerunterrichtliche Förderangebote verwendet werden. Im Thüringer Schulportal wird die Unterstützung im Detail beschrieben.

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Zahlen und Fakten zur Ganztagsschule in Thüringen

Von den 874 allgemeinbildenden Schulen im Freistaat Thüringen bieten nur 230 Schulen keine Ganztagsförderung an. 470 weitere Schulen sind offene Ganztagsschulen, 45 teilweise gebundene Ganztagsschulen und 129 voll gebundene Ganztagsschulen. In den Regionen Thüringens ergibt sich ein differenzierteres Bild:

In Mittelthüringen sind von den 161 Schulen 42 keine Ganztagsschulen, 84 offene Ganztagsschulen, 8 teilweise gebundene Ganztagsschulen und 27 voll gebundene Ganztagsschulen. In Nordthüringen sind von den 161 Schulen 49 keine Ganztagsschulen, 86 offene Ganztagsschulen, 5 teilweise gebundene Ganztagsschulen und 23 voll gebundene Ganztagsschulen. In Ostthüringen sind von den 225 Schulen 59 keine Ganztagsschulen, 119 offene Ganztagsschulen, 11 teilweise gebundene Ganztagsschulen und 36 voll gebundene Ganztagsschulen.

In Südthüringen sind von den 158 Ganztagsschulen 39 keine Ganztagsschulen, 83 offene Ganztagsschulen, 10 teilweise gebundene Ganztagsschulen und 26 voll gebundene Ganztagsschulen. In Westthüringen sind schließlich von 167 Schulen 41 keine Ganztagsschulen, 98 offene Ganztagsschulen, 11 teilweise gebundene Ganztagsschulen und 17 voll gebundene Ganztagsschulen. Insgesamt wurden in Thüringen im Schuljahr 2020/21 246.510 Schülerinnen und Schüler beschult.

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